Raucherhusten

Raucherhusten, ein typisches Symptom der Raucherbronchitis, entwickelt sich oft schleichend und wird von Betroffenen lange unterschätzt. Das alte chinesische Sprichwort „Die Altäre rauchen nur durch den Weihrauch der Unglücklichen“ lässt sich auch auf den Tabakkonsum übertragen – denn Menschen, die emotional ausgeglichen sind, verspüren meist kein starkes Bedürfnis zu rauchen. Wer jedoch regelmäßig zur Zigarette greift, entwickelt häufig eine chronische Bronchitis, die sich zunächst durch morgendlichen produktiven Husten mit zähem Schleim äußert.
Während Gelegenheitsraucher lediglich aus Genuss eine Zigarette anzünden, entwickelt sich bei regelmäßigen Rauchern eine Nikotinabhängigkeit, die nicht nur das Suchtverhalten verstärkt, sondern auch die Lungenfunktion langfristig beeinträchtigt. Chronischer Husten, auch bekannt als Raucherhusten, entsteht durch eine anhaltende Reizung und Entzündung der Bronchien, was die Schleimproduktion steigert und die natürliche Selbstreinigung der Lunge erschwert. Ohne rechtzeitige Maßnahmen kann sich die Erkrankung zu einer chronisch obstruktiven Bronchitis oder sogar COPD(chronisch obstruktive Lungenerkrankung) entwickeln.
Eine frühzeitige Rauchentwöhnung ist daher die wirksamste Maßnahme, um den hartnäckigen Schleimhusten zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Ergänzend können naturheilkundliche Methoden wie pflanzliche Schleimlöser, Atemtherapie und eine gezielte Lungenreinigung unterstützend wirken, um die Atemwege zu regenerieren und die Lungenkapazität langfristig zu verbessern.
Es ist mehr als spannend, die Bedeutungen des Rauches in der Sprach- und Kulturgeschichte zu verfolgen. Unser Wort Rauch ist mit dem Verbum riechen etymologisch verwandt. Erst seit mittelhochdeutscher Zeit bedeutet riechen: einen Geruch wahrnehmen. Es geht also um Wahrnehmung. Die Religionen machten sich dies zunutze: Um ihren Gläubigen das Numinose und Göttliche wahrnehmbar zu machen, entwickelten sie Rauchopfer. So wurde Rauch in der Kulturgeschichte zum Symbol der Verbindung zwischen Himmel und Erde, Geist und Materie. Der religiös-rituelle Charakter des Rauchens wird beim Rauchen der Friedenspfeife ebenso deutlich wie beim Schwingen des Weihrauchkessels in der katholischen Messe.
Menschen neigen dazu, nach Halt im Spirituellen zu suchen, wenn sie ihn im Sozialen nicht finden. Die Zigarette ermöglicht ein Ausweichen vor beängstigenden Kontaktsituationen, man nebelt sich und seine Umwelt ein, „raucht sich davon“, lässt Dampf ab oder stinkt gegen etwas an. So entsteht viel Rauch um nichts. Am Anfang einer Raucherbiografie steht nicht selten ein Kommunikationsproblem, am Ende die körperliche und psychische Abhängigkeit vom Nikotin. Der Durchblick geht im Schleier des blauen Dunstes verloren, ebenso die Fähigkeit, andere Genüsse jenseits des Rauchens zu entdecken und eine ausreichende Befriedigung aus ihnen zu ziehen.
Raucherhusten: Symptome
Tabakrauch enthält etwa 4000 chemische Verbindungen, von denen zahlreiche giftig und etwa 50 krebserregend sind. Es ist nur zu verständlich, dass der Körper diese Substanzen so schnell wie möglich wieder loswerden will. Rein mechanisch versucht er es über den Raucherhusten, das „AHA-Syndrom“ (Auswurf, Husten, Atemnot), das sich vor allem morgens bemerkbar macht, wenn die Bronchialschleimhaut die auf ihr klebenden Giftstoffe über Nacht mit Schleim umhüllt hat, der nach dem Aufstehen erst einmal abgehustet werden muss.
Raucherhusten gilt in der Medizin nicht als eigenständiges Krankheitsbild, sondern als Symptom der Chronisch obstruktiven Bronchitis, in Fachkreisen als COPD (chronic obstructive pulmonary disease) bezeichnet, zu der auch das Lungenemphysem und die chronische Bronchitis mit asthmatischer Komponente zählen. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von COPD, wenn „Husten und Auswurf an den meisten Tagen während drei Folgemonaten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren bestehen.“ In Deutschland leiden mittlerweile ca. 7 % der Bevölkerung an chronisch obstruktiver Bronchitis. Die meisten Patienten sind über vierzig; Männer sind dreimal so häufig betroffen wie Frauen. 90 % der COPD-Patienten sind oder waren Raucher. Unter den Todesursachen steht die Krankheit mittlerweile auf Platz vier. Soviel zur Statistik. Noch ein Wort zur Differentialdiagnose: Menschen, die unter einer einfachen chronischen Bronchitis leiden, haben praktisch kaum Probleme mit Atemnot. Diese tritt erst auf, wenn der Atemwegswiderstand erhöht ist und die Lunge sich schlechter entfalten kann.
Von der Attraktivität des Gesundseins: Raucherentwöhnung
Der Wink mit dem Zaun- und manchmal auch mit dem Laternenpfahl, dass nämlich langjähriges Rauchen zu Lungenkrebs führen kann, bewegt kaum einen Raucher dazu, mit seinem Zigarettenkonsum aufzuhören. Die Angst vor Strafe, hier konkret eine tödliche Krankheit, „zieht“ weitaus weniger stark als die Attraktivität von Wohlgefühl, Gesundheit und positiven Aspekten einer langen Lebenserwartung. Insofern ist der Hinweis auf Zigarettenschachteln „Rauchen kann tödlich sein“ wenig zugkräftig.
Man kann es auch andersherum versuchen. Schauen Sie einmal, wie dankbar Ihnen Ihr Körper ist und wie nachhaltig er sich erholt, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören:
| 20 Minuten | nach der letzten Zigarette normalisieren sich der durch das Rauchen gesteigerte Blutdruck und die Herzfrequenz |
| 12 Stunden später | stehen 10 % der roten Blutkörperchen, die vorher durch Kohlenmonoxid blockiert waren, wieder für die Sauerstoffaufnahme zur Verfügung |
| 1 Tag später | sinkt bereits das Risiko für einen plötzlichen Herztod |
| 2 Tage später | werden Geruchs- und Geschmackssinn wieder sensibler |
| 7 Tage später | ist der körperliche Nikotinentzug geschafft |
| 3 Monate später | hat sich die Lungenkapazität um bis zu 30 % erhöht. Der Körper kann wieder mehr Sauerstoff aufnehmen und gewinnt an Leistungsfähigkeit. |
| 9 Monate später | sind die feinen Härchen in der Lunge weitgehend nachgewachsen. Raucherhusten und Kurzatmigkeit gehen zurück. |
| 12 Monate später | sinkt das Risiko einer von Angina pectoris und Herzinfarkt um 50 %. |
| 5 Jahre später | hat sich das Risiko für Schlaganfall, Lungenkrebs und Krebserkrankungen der Mundschleimhaut deutlich reduziert |
| 10 Jahre später | hat sich die Lunge fast vollständig erholt. Zellen, die sich bereits in einem Krebsvorstadium befanden, wurden durch gesunde ersetzt. |
| 15 Jahre später | ist das Herzinfarktrisiko kaum höher als bei einem Nichtraucher |
Das sind Aussichten, für die sich das Aufhören lohnt! Gesund zu sein ist ein großer, aber nicht selbstverständlicher Luxus. Es erfordert natürlich ein wenig Engagement und Initiative.
Die Erholung des Lungengewebes, aber auch das seelische Durchhaltevermögen während der Zeit des Entzugs lassen sich mit entsprechenden Naturheilmitteln gut unterstützen:
Raucherhusten: Praktische Tipps zur Selbstbehandlung
Raucherhusten lässt sich nur ausheilen, wenn mit dem Rauchen endgültig aufgehört wird. Anders geht es nicht. Parallel dazu kann man einiges tun, damit sich Lunge und Bronchien rascher von der jahrelangen Nikotinbelastung erholen:
Regeneration der Lunge und der Bronchialschleimhaut mit Komplexhomöopathie
Für die Erholung von Lunge und Bronchien haben sich die homöopathischen Einzelmittel Atropa belladonna, Cephaelis ipecacuanha, Cuprum aceticum und Drosera bewährt, am besten in homöopathischer Tiefpotenz (D4 oder D6) und in einem Kombinationsmittel vereint, also als sogenanntes „Komplexhomöopathikum“. Dann ergänzen und verstärken sich die vier Einzelmittel gegenseitig in ihrer Wirkung, was den Therapieerfolg verbessert. Die Kombination hat sich bewährt bei schleimigem Auswurfhusten, Reizhusten, Kurzatmigkeit, Gefühl einer zusammengeschnürten Brust und krampfartigem Husten.
Ein Komplexmittel mit Atropa belladonna, Cephaelis ipecacuanha, Cuprum aceticum und Drosera sollten Menschen, die unter Raucherhusten leiden, in einem Zeitraum von zwei Jahren immer mal wieder für mehrere Wochen einnehmen, sozusagen als „homöopathische Lungen-Kur“. Wiederholte mehrwöchige bis mehrmonatige Einnahmen sind wichtig, um einen Raucherhusten wirklich nachhaltig auszuheilen.
Pflanzenheilkunde zur Linderung des Suchtdrucks
Aus der Naturheilkunde hat sich für die ersten Wochen und Monate nach der letzten Zigarette eine Urtinktur von Avena sativa (Hafer) bewährt. Hafer ist eine ausgesprochen bewegliche und elastische Pflanze. Fegt ein Sturm über ein Haferfeld, werden die Halme – im Gegensatz zu Weizen oder Roggen – fast nie geknickt. Sie beugen sich zwar, richten sich aber bald wieder auf, sobald der Wind nachgelassen hat. Aus erdbebengefährdeten Gebieten ist bekannt, dass starre und kompakte Konstruktionen nicht in der Lage sind, die Energie von Erschütterungen auszugleichen. Sie brechen viel leichter zusammen, während schwingende und elastische Bauweisen erheblich belastbarer sind. Im arzneilichen Einsatz von Avena sativa ist es gerade diese Qualität von Elastizität und Beweglichkeit, die sich von der Haferpflanze auf den Menschen überträgt. Das macht Avena zu einer wertvollen Arzneipflanze für Menschen mit mangelnder psychischer Stabilität. Ihnen gibt eine Hafertinktur die Kraft, in Belastungssituationen schneller zur inneren Mitte zurückzufinden. Hafer ist eine ideale Heilpflanze zur Unterstützung der Raucherentwöhnung, aber auch zur naturheilkundlichen Begleittherapie beim Alkohol- und Drogenentzug.
Ernährung und Nahrungsergänzungen
Raucher sollten noch lange Zeit nach der letzten Zigarette regelmäßig hochwertige Multivitamin- und Mineralstoffpräparate zu sich nehmen, damit sich ihr Stoffwechsel normalisieren und entgiften kann. Das tut auch dem Lungen- und Bronchialgewebe gut und beschleunigt seine Regeneration. Besonders wichtig sind – auch zur nervlichen Stabilisierung – die B-Vitamine, ferner Niacin, Glutamin, Pantothensäure und Vitamin C.
Zur Beruhigung bei Erregungszuständen hilft gerade am Anfang das Zubereiten eines guten Nerventees. Dabei hat der Patient etwas zu tun, kann etwas mit seinen Händen machen und erfährt durch das Trinken eine dem Saugen ähnliche orale Befriedigung. Ein der körperlichen Belastbarkeit angemessenes Bewegungs- und Sportprogramm wirkt – gerade in den ersten Wochen und Monaten – zusätzlich ablenkend und psychisch wie körperlich stabilisierend.
© Margret Rupprecht
