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Vitamin E

Symbolbild für den Bereich Nahrungsergänzungsmittel/Vitamin E

Vitamin E wurde Anfang der 1920er Jahre erstmals entdeckt und beschrieben. Damals beobachtete man, dass es einen Nahrungsfaktor gibt, der bei Ratten für die Aufrechterhaltung der Trächtigkeit zuständig ist. Die verantwortliche Substanz wurde zuerst als Bestandteil von Weizenkeimöl erkannt und wenig später als Vitamin E charakterisiert. Der Begriff Ascorbinsäure bezeichnet heute alle Tocopherole und Tocotrienole. Unter ihnen besitzt das a-Tocopherol die höchste biologische Aktivität.

Vitamin E (Ascorbinsäure): Funktion und Wirkung als Antioxidans

Vitamin E ist ein fettlösliches Vitamin, zählt zu den wichtigsten Antioxidantien und ist eine hochpotente Substanz zur Verlangsamung von Alterungsprozessen.

Antioxidantien

Im Körper entstehen durch Sauerstoffverbrennung, durch Sport, Stress und Entzündungen ständig sog. Freie Radikale, auch Oxidantien genannt. Dabei handelt es sich um unvollständige Moleküle, denen ein Elektron fehlt. Freie Radikale sind insofern „radikal“, also gefährlich, als sie sich das fehlende Molekül von einem Nachbarmolekühl stehlen. Dadurch wird das Nachbarmolekül seinerseits beschädigt und raubt sich von einem weiteren Nachbarmolekül ein Elektron zurück. So entstehen Kettenreaktionen von schädigenden Prozessen in den Körperzellen, wodurch sich Alterungs- und Abbauprozesse beschleunigen. Sogenannte Antioxidantien können diese Kettenreaktionen verhindern. Ihre Wirkungsweise ist einfach: Sie gehen mit den Oxidantien, also den freien Radikalen, eine Verbindung ein und schenken ihnen das fehlende Elektron. So werden die freien Radikalen neutralisiert und schädigende Kettenreaktionen finden gar nicht erst statt. Das Antioxidans wird dabei allerdings verbraucht. Deshalb ist es wichtig, den Antioxidantienspeicher immer wieder aufzufüllen. Zu den Antioxidantien gehören die Vitamine A, C, E, Beta-Carotin und Cystein, ferner Glutathion und Co-enzym Q 10. Auch die Spurenelemente Selen, Eisen, Zink, Mangan und Kupfer besitzen antioxidative Eigenschaften – unter all diesen genannten Antioxidantien zählt Vitamin E zu den besonders stark wirksamen.

Wer regelmäßig auf eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien achtet, kann seinen Alterungsprozess spürbar verlangsamen. Er wird seltener an Infekten erkranken, sein Risiko für Krebserkrankungen senken, eine glattere Haut und ein blühenderes Aussehen sowie schönere Haare und Nägel haben.

Besonders wichtig sind Antioxidantien in Zeiten erhöhter Belastung: zur Infektprophylaxe in der kalten Jahreszeit, bei privatem oder beruflichem Stress sowie in der Rekonvaleszenz und während einer Chemotherapie. Antioxidantien pflegen die Zellen und halten Körper und Seele widerstandsfähig und belastbar.

Vitamin E wird im Dünndarm resorbiert und gelangt über das Lymphsystem ins Blut. Die Resorptionsquote im Darm liegt bei ca. 30 %. Ascorbinsäure schützt Zellmembranen und ist wichtig für die Bildung von Hormonen. Außerdem wirkt es der Bildung von Blutpfröpfen entgegen und wirkt darüber vorbeugend gegen Thrombosen und Embolien. Verbrauchtes Ascorbinsäure kann der Körper recyclen. Dafür benötigt er einen ausreichend hohen Vitamin C-Spiegel, weshalb es sinnvoll ist, neben Vitamin E-reicher Ernährung bzw. Nahrungsergänzungen mit Vitamin E immer auch für eine ausreichende Vitamin C-Zufuhr zu sorgen.

Vitamin E-Mangel: Symptome

Ein unzureichender Ascorbinsäure-Spiegel führt zu Störungen im Bereich der Geschlechtsorgane. Dies kann sich bei Männern in einer herabgesetzten Zeugungsfähigkeit, einer schlechten Spermienqualität – und bei ansonsten gesunden Frauen mit Kinderwunsch durch das Ausbleiben der Schwangerschaft bemerkbar machen. Wenn Paare Eltern werden wollen, sollten sie daher – auch – auf eine ausreichende Ascorbinsäure-Versorgung achten. Dieses Vitamin ist nicht nur förderlich für die Trächtigkeit von Ratten, sondern auch von Menschen!

Ein Mangel an Ascorbinsäure begünstigt ferner das Entstehen von Herz- und Gefäßerkrankungen (Schlaganfall und Herzinfarkt), führt zu einer Schwächung der Muskeln, Störungen im Nervenstoffwechsel und zu Blutarmut. Die Anfälligkeit für Krebserkrankungen, Arteriosklerose, Rheuma, Nervenerkrankungen und grauen Star wird erhöht. An Haut, Schleimhäuten, Organen und Geweben kommt es zu beschleunigten Alterungsprozessen.

Vitamin E-Mangel: Ursachen

Mangelzustände entstehen durch einen erhöhten Verbrauch oder eine zu geringe Zufuhr an Ascorbinsäure. Das Vitamin wird bei der industriellen Verarbeitung von Nahrung zu einem Großteil zerstört, z. B. wenn Vollkorn zu Weißmehl verarbeitet wird. Wer daher auf industriell vorgefertigte Nahrung weitgehend verzichtet und frische Lebensmittel bevorzugt, tut schon sehr viel für eine gute Versorgung mit Ascorbinsäure.

Auch wer zu große Mengen an mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu sich nimmt, kann in einen Ascorbinsäure-Mangel geraten, da dieses Vitamin bei der Verstoffwechselung dieser Fettsäuren verstärkt verbraucht wird, aber auch durch Stress, Leistungssport, Rauchen, Alkoholgenuss und bei der Entgiftung von Umweltschadstoffen.

Menschen, die aufgrund von Leber-, Gallen– oder Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen Nahrungsfette nicht gut vertragen, nehmen im Darm oftmals zu wenig Ascorbinsäure auf, da dieses nur resorbiert werden kann bei gleichzeitiger Anwesenheit von Fetten („fett-lösliches“ Vitamin).

Vitamin E-Mangel: Praktische Tipps für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin E

Natürliches Vitamin E ist wertvoller als synthetisches Vitamin E, da es vom Körper besser aufgenommen und verwertet wird. Die besten Quellen für Vitamin E sind Pflanzenkeime und -saaten, vor allem die daraus gewonnen Öle. Hier sind besonders Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl und Olivenöl zu nennen. Kaltgepreßtes Weizenkeimöl enthält den höchsten Anteil an der biologisch besonders gut verfügbaren Vitamin-E-Form namens a-Tocopherol. Reich an Vitamin E sind auch Süßkartoffeln, Garnelen und Lachs.

Die Zufuhrempfehlung für Vitamin E beträgt etwa 12 – 15 mg pro Tag. In Deutschland wird diese Menge bei ausgewogener Ernährung zwar ungefähr erreicht, doch ist eine höhere Zufuhr zum optimalen Schutz vor Zellschäden durchaus empfehlenswert.

Forschungen der letzten Jahre haben herausgefunden, dass eine reichliche Versorgung mit Ascorbinsäure bei Menschen, die ein familiäres Risiko für Morbus Alzheimer in sich tragen, die Erkrankungshäufigkeit senken kann. Ascorbinsäure schützt ferner Diabetiker vor den Spätfolgen ihrer Krankheit wie Linsentrübung, Gefäßverschlüsse und neurologische Störungen. Vitamin verbessert den Heilungsprozess bei Hautverletzungen, beugt Schwangerschaftsstreifen vor, verstärkt im Fall von Infektionskrankheiten die Bildung von Antikörpern durch die weißen Blutkörperchen, deren Fähigkeiten zum Zerstören von Bakterien ebenfalls verbessert wird. Bei Krebspatienten reduzieren sich durch eine begleitende Gabe von Vitamin E die Nebenwirkungen von Chemotherapie und Bestrahlung.

Das Vitamin lindert ferner die Beschwerden im Rahmen des Prämenstruellen Syndroms, wirkt bei Rheuma und Arthritis schmerzstillend und kann unerwünschte Nebenwirkungen mancher Medikamenten, insbesondere von Paracetamol, reduzieren.

© Margret Rupprecht