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Hopfen – Humulus lupulus

Eine Heilpflanze, die beruhigt und den Schlaf fördert

Hopfen (Humulus lupulus)
Zweck des Bildes: Zeigt die charakteristischen Hopfenzapfen.
Anwendung: Fördert Entspannung und wird zur Beruhigung sowie bei Schlafproblemen verwendet.

„Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“ – so lautet ein bekanntes bayerisches Sprichwort. Doch ebenso heißt es: „Gott gibt den Verstand, der Hopfen nimmt ihn.“ Denn wie bei vielen Naturstoffen entscheidet die Dosis über die Wirkung. Während Hopfen (Humulus lupulus) als wichtiger Bestandteil beim Bierbrauen bekannt ist, wurde seine Heilwirkungschon früh in der Naturheilkunde geschätzt.

Die Heilpflanze Hopfen besitzt eine breite therapeutische Wirkung: Ihre Gerb- und Bitterstoffe regen den Appetitan, während ihre beruhigenden Eigenschaften bei nervöser Erregung, Einschlafstörungen und depressiven Verstimmungen helfen können. Dank seines Gehalts an Phytoöstrogenen kann Hopfen zudem den weiblichen Hormonhaushalt unterstützen und sich regulierend auf den Menstruationszyklus auswirken.

Bei Männern hingegen entfaltet Hopfen eine anaphrodisierende Wirkung, das heißt, er kann die Libido dämpfen. Dies erklärt, warum gehopftes Bier in früheren Jahrhunderten vor allem in Klöstern gebraut wurde – es half den Mönchen, ihr Keuschheitsgelübde leichter einzuhalten. Heute wird Hopfen als Naturheilmittel für besseren Schlaf geschätzt und findet Anwendung in Beruhigungstees, Kapseln oder Tinkturen, um Stress und Unruhe zu lindern.“

Über die Herkunft des Pflanzennamens gibt es mehrere Vermutungen: Er leitet sich entweder vom angelsächsischen „hoppan – hinüberhüpfen“ ab oder ist wegen des schopfartigen Blütenstandes mit dem altdeutschen „hop“ – Schopf verwandt. Die baumhoch wachsende Rankpflanze ist weltweit verbreitet und liebt als Standorte vor allem Flussufer und feuchte Gebüsche.

Humulus lupulus ist eine zweihäusige Pflanze, das heißt, es gibt eigentlich zwei verschiedene Hopfenpflanzen: eine weibliche und ein männliche. Zum Bierbrauen und für die Herstellung von pflanzlichen Arzneimitteln werden ausschließlich die weiblichen Pflanzen verwendet. Ihre Fruchtstände, die charakteristischen Hopfenzapfen, sind gelblich-grünlich, eiförmig und aus dachziegelartig angeordneten Schuppen gebildet. Ihre Innenseite enthält kleine Drüsen, in denen sich die kostbaren Inhaltsstoffe der Pflanze befinden: ein bitter schmeckendes Harz und die süßlich duftenden ätherischen Öle. Der Duft von Hopfenzapfen ist ein unvergleichlicher Stimmungsaufheller. Auch rein optisch sind die Fruchtstände ein Genuss. Sie sind weiblich in jeder Hinsicht: eiförmig rund, prall, Fülle verheißend und unglaublich sinnlich. Hopfen nährt Augen, Gemüt und Psyche. So wie die vielen kleinen Drüsenschuppen eine Ei-Form bilden, vermittelt der Hopfen in der kulinarischen und arzneilichen Anwendung ein Lebensgefühl von symbiotischer Verschmelzung, Fülle, Lebenskraft und Zuwendung. Erinnerungen an das frühe Einssein mit der Mutter werden wach.

Hopfen: Praktische Tipps zur Selbstbehandlung

Die pharmakologisch wirksamen Substanzen des Hopfens sind mittlerweile gut erforscht: Aus den Hopfenbittersäuren Humulon und Lupulon entsteht der beruhigende Wirkstoff 2-Methyl-3-buten-ol. Er ist stark flüchtig. Aus diesem Grund sind in der Volksheilkunde sog. „Hopfenkissen“ als Einschlafhilfe so beliebt. Hopfen ist ein mildes Sedativum, das schlaffördernd, beruhigend und krampflösend wirkt. Er wirkt besonders gut bei Einschlafstörungen, innerer Unruhe, Angstzuständen, nervöser Reizbarkeit mit Erschöpfung, Rastlosigkeit, nervösen Magenerkrankungen und Appetitlosigkeit sowie sexueller Übererregbarkeit bei Männern. Hopfen gleicht auf sanfte Weise seelische Spannungszustände aus, ohne den Patienten dabei so stark herunter zu dämpfen, dass Stimmung und Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt wären. Ganz im Gegenteil – Hopfen hellt die Stimmung auf und gibt Gelassenheit. Wer über mehrere Wochen eine Hopfen-Urtinktur einnimmt, wird spürbar fröhlicher.

Für die äußerliche Anwendung gibt es Hopfen als Badezusatz, ätherisches Öl und Schlafkissen. Für die innerliche Einnahme stehen Hopfentee und Hopfen-Urtinktur (Humulus lupulus Ø) zur Verfügung.

Die Wirkung von Hopfen lässt sich steigern, wenn man ihn mit Baldrian und Melisse kombiniert. In dieser Kombination ist der Hopfen ein wichtiger Bestandteil vieler pflanzlicher Komplexmittel mit den Indikationen innere Unruhe, Übererregbarkeit, nervöse Ein- und Durchschlafstörungen sowie die Neigung zum vorzeitigen Erwachen.

© Margret Rupprecht